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01.12.2021
Projekt

Soziale Teilhabe im Lebensverlauf junger Erwachsener

CLS ist die erste Langzeitstudie in Deutschland zum sogenannten ›Leaving Care‹ junger Erwachsener – dem Verlassen einer stationären Kinder- und Jugendhilfe. Die Langzeitstudie untersucht über mehrere Jahre hinweg den Übergang junger Menschen zwischen dem Leben in der Pflegefamilie (§ 33 SGB VIII) oder der Wohngruppe sowie sonstigen betreuten Wohnformen (§ 34 SGB VIII) und dem Erwachsenenleben. In der CLS-Studie geht es um Fragen wie zum Beispiel: Wie leben, lernen und arbeiten junge Menschen im Übergang? Wie gestalten sie ihren Alltag? Was sind ihre Ziele und Wünsche?

Informationen aus der Website der CLS-Studie

Inhalte der Studie sind Themen wie Persönliche Daten, Soziale Beziehungen, Wohnen, Freizeit, Gesundheit, Schule, Ausbildung und Studium, Erwerbsarbeit und Beschäftigung und Inanspruchnahme von Hilfen.

Zu Studienbeginn werden je 1.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 18 Jahren aus Wohngruppen und Pflegefamilien befragt. Die Befragungen wiederholen sich jährlich über sieben Jahre hinweg. Die insgesamt 2.000 Studienteilnehmer*innen werden nach einem Zufallsprinzip aus der stationären Kinder- und Jugendhilfe ausgewählt. Diese Art der Auswahl ist notwendig, damit Ergebnisse der CLS-Studie aussagekräftig für die Situation von Care Leaver*innen sind.

Die Unterstützung durch stationäre Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendämter, Pflegekinderdienste, Pflegeeltern und Dachverbände ist besonders wichtig für das Gelingen der Studie. An oberster Stelle steht natürlich die Bereitschaft der jungen Menschen an der CLS-Studie teilzunehmen.

Die CLS-Studie wird durchgeführt von einem Projektverbund, bestehend aus

  • der Universität Hildesheim (Institut für Sozial- und Organisationspädagogik),
  • dem Deutschen Jugendinstitut (DJI), der Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung (GISS) und der
  • Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH).

Die CLS-Studie ist eine Langzeitstudie über die Lebensverläufe von jungen Menschen, die zeitweilig in Wohngruppen und Pflegefamilien gelebt haben. Sie läuft über mehrere Jahre und beginnt, wenn die Jugendlichen noch in den Wohngruppen oder Pflegefamilien leben. Jedes Jahr werden die Studienteilnehmer*innen dazu interviewt, wie es ihnen in verschiedenen Bereichen ihres Lebens geht. Das Ziel der Studie ist es, Daten zum ›Leaving Care‹ − zum Verlassen der stationären Kinder- und Jugendhilfe − zu erheben. Die langjährige Befragung der jungen Menschen selbst dient dazu, die Situation dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen sichtbarer zu machen. Der Schwerpunkt liegt auf der sozialen Teilhabe von Care Leaver*innen in der Gesellschaft.

Die Auswahl der Studienteilnehmer*innen (n=2000) erfolgt mittels einer Stichprobenziehung. Hierfür werden junge Menschen per Zufallsprinzip über Träger, Einrichtungen, Wohngruppen und Pflegekinderdienste kontaktiert. Für die Durchführung der Studie ist die Unterstützung durch stationäre Einrichtungen, Jugendämter, Pflegekinderdienste, Pflegeeltern und Dachverbände von besonderer Bedeutung. Die Studienteilnehmer*innen können über ihre Teilnahme selbst und freiwillig entscheiden und diese jederzeit beenden. Die jungen Menschen bleiben für die CLS-Studie durchgängig anonym. Die Ergebnisse der Befragung werden nur so veröffentlicht, dass die Anonymität der Studienteilnehmer*innen gesichert ist.

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Politik

Care Leaver - Berliner Erklärung

Eine gemeinsame Erklärung der Universität Hildesheim, der IGFH und der Careleaver e.V.: Care Leaver in Deutschland brauchen – wie in anderen Ländern – einen eigenen Rechtsanspruch „Leaving Care“, damit ihre Rechtsposition im Übergang ins Erwachsenenleben in der Jugendhilfe gestärkt und die Übergangsbegleitung auf breiter Basis weiterentwickelt wird -
Projekt

Leaving Care in der Kommune

Das von IGfH und Universität Hildesheim gemeinsam durchgeführte Projekt „Fachstelle: Leaving Care in der Kommune“ reagiert auf den wachsenden Bedarf in Kommunen, in Kooperation von öffentlichen und freien Trägern und Care Leaver*innen - Initiativen, eine Infrastruktur für Care Leaver*innen aufzubauen. Das Projekt hat eine Dauer von zwei Jahren und wird im September 2022 beendet. Inzwischen hat sich jedoch schon viel Lesenswertes angesammelt.
Hinweis

Careleaver e.V. und die Uni Hildesheim bieten Hilfen an

Die Uni Hildesheim und die Careleaver möchten auf die verschiedenen Schwierigkeiten der aktuellen Situation reagieren und mit ihrer Onlineplattform auch zu Zeiten von Corona Hilfe leisten, denn wir alle haben unsere unterschiedlichen Schwierigkeiten mit den derzeitigen Veränderungen in Deutschland, aber manche Fragen betreffen besonders die spezifische Lebenssituation von Care Leavern (jungen Menschen aus der stationären Jugendhilfe). Für Care Leaver sehr dringliche Fragen in diesen Tagen sind z.B.: Minijobs, die gekündigt wurden, Freiwilligendienste, die unterbrochen werden mussten und nun die Frage bleibt: Wo soll ich wohnen, wenn ich zurück nach Deutschland komme?
Hinweis

Rechte von Care-Leavern / Jungen Volljährigen

Junge Menschen, die in stationären Wohngruppen, Pflegefamilien, Erziehungsstellen oder anderen Betreuungsformen der Kinder- und Jugendhilfe aufgewachsen sind, erleben den Übergang ins Erwachsenenleben mit vielen Fragen und Herausforderungen.Die IGFH und die Stiftung Uni Hildesheim haben für diese jungen Erwachsenen einen umfangreichen Flyer entwickelt und herausgegeben, mit dem auf die Rechte der Care-Leaver hingewiesen wird, z.B. auf den Anspruch auf Beratung und Betreuung oder auch auf finanzielle Unterstützung.