Sie sind hier

18.03.2020
Nachricht

Über 1.800 Kinder leben in "Profi"-Pflegefamilien

"Westfälische Pflegefamilie" ist ein Konzept des Landesjugendamt Westfalen-Lippe für besonders entwicklungsbeeinträchtigte Kinder in Familienpflege gemäß § 33 Satz 2 SGB VIII. Diese Pflegefamilien erhalten besondere Rahmenbedingungen, um dem Bedarf dieser Kinder entsprechend zu können.

Über 1.800 Kinder leben zurzeit in über 1.450 Westfälischen Pflegefamilien. Diese spezielle Form der Familienpflege hat sich bewährt und weitet sich aus", bilanzierte Birgit Westers, Schul- und Jugenddezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), am Montag (16.3.) im Landesjugendhilfeausschuss in Münster.

"Westfälische Pflegefamilien" sind Familien für Mädchen und Jungen, die aus verschiedenen Gründen wie zum Beispiel Vernachlässigung oder Gewalt in der Familie nicht mehr bei ihren Eltern leben können, für die ein Heim, eine Wohngruppe oder eine "klassische" Pflegefamilie aber auch nicht der richtige Lebensort sind. Diese Kinder und Jugendlichen brauchen einerseits professionelle Hilfe, andererseits aber auch "eine richtige Familie" - beides bekommen sie in den Westfälischen Pflegefamilien. Denn diese Pflegeeltern sind besonders geeignet und in vielen Fällen zusätzlich pädagogisch oder medizinisch qualifiziert. Außerdem wird jede Westfälische Pflegefamilie durch ihren Familienberater regelmäßig begleitet und unterstützt.

"Mitte 2019 haben wir eine Datenbank online gestellt, in die die Jugendämter direkt anonymisierte Profile von Kindern und Jugendlichen eingeben können. So können wir in ganz Westfalen-Lippe nach einer passenden Westfälischen Pflegefamilie für jedes Kind und jeden Jugendlichen suchen", sagt Westers. Zunehmend würden öffentliche Träger diese Möglichkeit nutzen, die für das jeweilige Jugendamt einen geringen Aufwand bedeute und die Anfragen bei den einzelnen Trägern der Westfälischen Pflegefamilie erspare. "Für immer mehr junge Menschen, für die das Angebot der klassischen Pflegefamilie nicht ausreicht, oder für die keine andere Pflegefamilie gefunden werden konnte und die sonst in einem Heim untergebracht werden müssten, gelingt es inzwischen so, ein Leben in den Westfälischen Pflegefamilien zu ermöglichen."

Menschen, die überlegen, ob sie eine Westfälische Pflegefamilie werden wollen, können sich beim LWL-Landesjugendamt Westfalen informieren. Interessierte finden die Familienberaterinnen in ihrer Region im Internet unter http://www.lwl.org/westf-pflegefamilien oder können telefonisch bei Imke Büttner (Tel. 0251 591-5884) nachfragen.

Hintergrund:

Die Bezeichnung 'Westfälische Pflegefamilien' meint nicht alle Pflegefamilien in Westfalen-Lippe. Dem Zusammenschluss der Westfälischen Pflegefamilien liegt ein Konzept zugrunde, nach dem Kinder und Jugendlichen mit besonders ausgeprägten Entwicklungsbeeinträchtigungen die Möglichkeit geboten wird, in einem familiären Rahmen zu leben. Mit 46 freien Trägern und 1.816 Kindern und Jugendlichen, darunter 843 Mädchen und 973 Jungen (Stand: 31.12.19) ist das System bundesweit der größte Träger-Verbund mit einheitlichen Qualitätsmerkmalen.

Quelle: Pressemitteilung des LWL vom 16. März 2020

Das könnte Sie auch interessieren

Nachricht

2.000 Kinder wachsen in Westfälischen Pflegefamilien auf

Zur Zeit finden in 1590 "Profi"-Pflegefamilien 2.000 entwicklungsbeeinträchtigen jungen Menschen ein neues Zuhause in und um Westfalen-Lippe.
Nachricht

1.800 Kinder wachsen in Westfälischen Pflegefamilien auf

Im Jahr 2020 lebten in 1481 Westfälischen Pflegefamilien 1.800 Pflegekinder. Dem Zusammenschluss der Westfälischen Pflegefamilien liegt ein Konzept zugrunde, nach dem Kindern und Jugendlichen mit besonders ausgeprägten Entwicklungsbeeinträchtigungen in einem familiären Rahmen leben können. Mit 48 freien Trägern ist das System bundesweit der größte Träger-Verbund mit einheitlichen Qualitätsmerkmalen.
Projekt

Neue Ansätze für die interkulturelle Pflegekinderhilfe

Der LWL - Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat die Broschüre "Ergebnisse des Modellprojektes PemM des Trägers PLANB Ruhr e.V." herausgegeben. In diesem Modellprojekt handelt es sich insbesondere um den Bereich der Pflegekinderhilfe, der sich um Pflegekinder und auch um Pflegeeltern mit Migrationshintergrund beschäftigt.
Geänderte Rechtslage

Erläuterungen zum Inkrafttreten des Kinderförderungsgesetzes

Alfred Oehlmann-Austermann vom Landesjugendamt Westfalen-Lippe (LWL) hat eine umfassende Erläuterung zu den Änderungen und Auswirkungen des KiföG erarbeitet.
Hinweis

Gefangen im Netz

Kinder und Jugendliche müssen die Kompetenz mit digitalen Medien lernen

Eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt, dass die Zahl an Kindern und Jugendlichen, die übermäßig viel Zeit mit Videospielen und in sozialen Netzwerken verbringen, während der Corona-Pandemie deutlich gestiegen ist.