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23.05.2024
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Besonderer Schutz für Kinder in der Sommerzeit

Wir haben einige Tipps für den Alltag an heißen Tagen, sowie für sommerliche Aktionen und Ferien zur Sicherheit und zum Schutz von Kindern zusammengetragen.

Themen:

Für die Sicherheit unserer Kinder: Tipps zum Schutz vor Grillunfällen

Grillen im Sommer bedeutet für viele ein gemütliches Beisammensein mit Freunden und Familie. Durch flüssige Grillanzünder wie Brennspiritus kann das Grillvergnügen jedoch schnell zu einem traumatischen Erlebnis für die ganze Familie werden. Vor allem Kinder sind nach einem Grillunfall oft schwer betroffen und für ihr ganzes Leben gezeichnet. Paulinchen e.V. ruft zu besonderer Vorsicht beim Grillen auf. Dazu gehört vor allem der Verzicht auf flüssige Grillanzünder wie Brennspiritus, um insbesondere Kinder vor folgenschweren Grillunfällen zu schützen.

Susanne Falk, Vorsitzende von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V., weiß: „Nach einem Grillunfall bleiben auf der Kinderhaut lebenslang sichtbare Narben zurück. Das hat nicht nur für die Kinder, sondern für die ganze Familie langfristige Folgen. Deshalb ist es besonders wichtig, Kinder nie unbeaufsichtigt am Grill spielen zu lassen. Erklären Sie ihnen die Gefahren von Feuer und Hitze und halten Sie einen sicheren Abstand zum Grill. Auch nach dem Grillen kann die Glut noch sehr heiß sein.“

Jochen Stein, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF Bund), betont: „Die Verwendung von Spiritus oder anderen Brandbeschleunigern birgt erhebliche Risiken und ist absolut fahrlässig. Insbesondere bei Kindern kann es durch eine Verpuffung zu schweren Verbrennungen durch meterhohe Flammen kommen. Wir empfehlen daher dringend, auf alternative Methoden wie feste Anzünder zurückzugreifen, um das Grillfeuer zu entfachen. Nur ohne den Einsatz von Spiritus ist es möglich, sicher zu grillen.“

Prof. Dr. Frank Siemers, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin e.V. (DGV) und Chefarzt des Schwerbrandverletztenzentrums Halle, ergänzt: „Verbrennungen durch Grillunfälle sind bei Kindern meist besonders schwerwiegend, da ein großer Teil der Körperoberfläche der dünnen Kinderhaut betroffen ist. Neben der äußerst schmerzhaften Verletzung folgt eine lange Nachsorge mit Korrekturoperationen, Tragen von Kompressionskleidung, Physiotherapie und psychologischer Verarbeitung. In den meisten Fällen werden die Kinder frontal von der Flammenwand erfasst und erleiden schwerste Verbrennungen an Kopf/Gesicht, Oberkörper und Armen.

Tipps zum sicheren Grillen:
  • Grill kippsicher und windgeschützt aufstellen.
  • Niemals flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verwenden – weder zum Anzünden noch zum Nachschütten – Explosionsgefahr!
  • Feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden.
  • Grill stets beaufsichtigen.
  • Kinder nicht in die Nähe des Grills lassen – Sicherheitsabstand von 2 bis 3 Metern!
  • Grill nicht von Kindern bedienen oder anzünden lassen.
  • Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten.
  • Brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.
  • Nach dem Grillen das Grillgerät weiter beaufsichtigen, bis die Glut vollständig auskühlt ist.
  • Nicht in geschlossenen Räumen grillen und den Grill niemals zum Auskühlen ins Haus stellen – Vergiftungsgefahr!
  • Heiße Glut nach dem Grillen am Strand nie im Sand vergraben – die Kohle bleibt noch tagelang glühend heiß! Die Grillkohle mit Wasser löschen und abkühlen.
  • Einmalgrills am Strand mit Wasser löschen und abkühlen – auch den Sand unter dem Grill!

Achtung, Sonne! Kinder- und Jugendärzt*innen geben Tipps zum wirksamen Sonnenschutz für Kinder

Angesichts der sommerlichen Temperaturen sollten sich Eltern vermehrt Gedanken über den Sonnenschutz ihrer Kinder machen. Kinderhaut ist viel dünner als Erwachsenenhaut und hat den UV-Strahlen wenig entgegenzusetzen. Das Risiko für spätere Lichtschäden und im schlimmsten Fall Hautkrebs steigt mit jedem Sonnenbrand in der Kindheit.

„Erfahrungsgemäß sehe ich die meisten Fälle von Sonnenbrand im Frühjahr, da Eltern oftmals die Intensität der Frühjahrssonne unterschätzen“, erklärt Dr. Benedikt Brixius, Pressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) für den Landesverband Saarland. „Kinderwagen ohne Schirm, Spielen in der prallen Sonne ohne Sonnenhut und T-Shirt und nach dem Schwimmen das Eincremen vergessen – schon rötet sich die Haut. Das passiert schnell, denn die Haut von Kindern ist empfindlich und dünn. Der UV-Eigenschutz durch schützende Pigmente muss sich in den ersten Lebensjahren erst noch entwickeln. Damit sind Kinder besonders von der schädlichen UVB-Strahlung betroffen. Diese nimmt durch den Klimawandel zu. In München werden zum Beispiel heute UVB-Werte gemessen, wie man sie früher nur auf Sizilien kannte.“

Was tun, damit sich Kinder auch bei Sonne im Freien aufhalten können?

Kleidung bietet den wirksamsten Schutz gegen UV-Strahlung. Am besten ist spezielle Kleidung mit speziellen UV-absorbierenden Fasern (UV-Standard 801). Auch den Kopf nicht vergessen:

  • Eine Mütze oder einen Hut – am besten mit Nackenschutz – und eine Sonnenbrille schützen vor der Sonne.
  • Mittagssonne meiden: Die Zeit zwischen 11 und 15 Uhr ist besonders kritisch.
  • Eltern sollten außerdem darauf achten, dass ihre Kinder im Schatten spielen.
  •  Kinder unter zwei Jahren überhaupt nicht der direkten Sonne aussetzen.
  • Die Haut allmählich an UV-Strahlung gewöhnen, also den Aufenthalt in der Sonne nur in kleinen Portionen steigern.
  • Auch im Wasser wirkt die Sonne: Kinder nicht stundenlang im schattenlosen Wasser planschen lassen.
Sonnencremes
  • Sonnencreme mit hohen Lichtschutzfaktoren (LSF) nutzen – mindestens LSF 30! Die Kinder dabei bereits zu Hause mit dem Schutzmittel eincremen und dies über den Tag mehrmals wiederholen. Das Nachcremen verlängert dabei nicht die Schutzwirkung, es erhält sie lediglich.
  • Besonders wichtig beim Eincremen sind die „Sonnenterrassen“: Nase, Ohren, Stirn, Schultern, Dekolletee und auch die Fußrücken.
  • Viele Kinder lassen sich nicht gerne eincremen. Am besten geht es so: Das Kind mit dem Rücken vor sich hinstellen und dann eincremen.
  • UV-Bestrahlung für einen braunen Teint – also Sonnenbaden – vermeiden.
  • Sonnenschutzprodukte sollten vor UVA- und UVB-Strahlung schützen. Diese sollten keine Bestandteile wie Octocrylene (hormonelle Wirkung möglich), keine Farb- oder Konservierungsstoffe, kein Parfüm und keine Weichmacher enthalten.
  • Nach dem Aufenthalt im (sonnigen) Freien duschen und die Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion (nicht Salbe oder Creme) einreiben.

Diese Tipps gelten nicht nur für den Urlaub am Meer oder in den Bergen, sondern auch zu Hause im Garten und auf dem Spielplatz.

Schutz vor Sonnenbrand gerade bei Kindern unter sechs Jahren

Auszüge aus kindergesundheit-info:

  • Schattige Plätze: Für Babys sind grundsätzlich Schattenplätze unverzichtbar – Bäume, Sonnenschirme, Sonnensegel. Und auch danach gilt: Pralle Sonne vermeiden! 
  • Mittagssonne und Mittagshitze vermeiden: Wichtig ist es, die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr möglichst meiden. Achten Sie auf den UV-Index. Keine anstrengenden Spiele in der Hitze.
  • Kopfbedeckung: Kappe oder Tuch mit Schirm und Nackenschutz (Gesicht, Nacken und Ohren sind besonders empfindlich). 
  • Kleidung: Sonnengerechte Kleidung bedeckt möglichst viel vom Körper, ist luftig und engt nicht ein: langärmelige Hemden oder T-Shirts, weit geschnittene, möglichst lange Hosen. 
  • Schuhe: Schuhe, die den Fuß – auch Ferse und Fußrücken – weitgehend bedecken.
  • Sonnenbrille: Im Gebirge und am Meer ist die UV-Strahlung besonders hoch.
  • Eincremen: Alle ungeschützten Körperstellen mit speziell für Kinder geeignetem Sonnenschutzmittel einreiben. Die Sonnencreme muss gegen UV-A- und UV-B-Strahlen schützen, wasserfest sein und einen hohen Lichtschutz-Faktor (LSF 30) besitzen. Bei längerem Verweilen in der Sonne muss die Sonnencreme wiederholt auftragen werden und auch nach jedem Baden.

Was tun bei Hitze

Auszüge aus klima-mensch-gesundheit.de

Eine Bitte an die Eltern kleiner Kinder:

Sie sollten im Sommer immer im Hinterkopf behalten, dass Hitze andere Auswirkungen auf Ihr Baby oder Ihr Kleinkind haben kann als auf Sie. Während Sie noch die Sonne genießen, kämpft es womöglich schon gegen die Hitze an. Grundsätzlich gilt: Je jünger Ihr Kind ist, desto empfindlicher und somit schutzbedürftiger ist es gegenüber Hitzebelastungen. Machen Sie sich mit möglichen gesundheitlichen Problemen und Schutzmaßnahmen vertraut und achten Sie an heißen Tagen besonders auf etwaige Symptome.

Denken Sie immer daran: Ihr Baby oder Ihr Kleinkind kann sich selbst nicht helfen – sein wichtigster Sonnen- und Hitzeschutz sind Sie!

Tipps zu heißen Sommertagen vom BBK - Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Damit euch und euren Tieren an einem heißen Sommertag Nichts passieren kann, hier einige Tipps:

  • Immer viel trinken!
  • Regelmäßig Pausen machen!
  • Kinder sollen auch trotz Klimaanlage nicht in der Sonne sitzen. Besser bringt ihr euch ein Tuch oder einen anderen Sonnenschutz am Fenster an.
  • Babys, Kinder und Tiere dürfen bei Hitze und Sonneneinstrahlung nicht im Auto gelassen werden!
  • Zwischen 11:00 und 3:00 ist sonnenfrei!
  • Leichte, weite Kleidung tragen!
  • Hut aufsetzen! Auch Gesicht, Ohren und Nacken müssen bedeckt sein!
  • Sonnenbrille tragen!
  • Sonnenschutzmittel verwenden, mindestens Lichtschutzfaktor 20! Eincremen bevor man nach draußen geht. Am besten eine halbe Stunde vorher!

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