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14.05.2024
Arbeitspapier

Schulabsentismus wirksam begegnen

Das Arbeitspapier "Schulabsentismus wirksam begegnen - Präventive und intervenierende Maßnahmen für Fachkräfte aus Schule und Jugendhilfe" ist eine Handreichung für die Praxis. Schulabsentismus bedeutet: Schulaversion (Ablehnende Haltung gegenüber der Schule und dem Unterricht, Demotivation) - Schulschwänzen (immer häufigeres Fehlen im Unterricht) und Dropout/Schulabbruch (vollständiges Fernbleiben von der Schule).

Themen:

Diese 42-seitige Handreichung wurde von der landesweiten Koordinierungsstelle Schulerfolg sichern in Trägerschaft der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung im Rahmen des ESF+-Programms „Schulerfolg sichern“ angefertigt.

Im Arbeitspapier werden verschiedene Schritte und Möglichkeiten zur Verringerung der Schulabstinenz aufgeführt.

1. Prävention

Welche konkreten Ansätze und Maßnahmen haben sich als wirkungsvoll und zielführend erwiesen?

2. Intervention

Welche grundsätzlichen Schritte sind bei schulvermeidendem Verhalten zu initiieren und wie ist bei einer Einzelfallhilfe vorzugehen?

3. Kooperation

Netzwerkbildung und Zusammenarbeit mit Partner:innen, Jugendhilfe, Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pädiatrie, Polizei 

4. Rehabilitation

• Rückführung in Prozesse formalen Lernens • alternative Beschulung • spezielle Projekte für Schulverweigerung • Eingliederung in berufliche Bildung

Resümee 

(Auszug aus dem Arbeitspapier)

Es ist eine zentrale Aufgabe von Schulen, ein verbindliches, von allen pädagogischen Mitarbeiter:innen in Kooperation mit der Leitung anzuwendendes pädagogisches Programm zu entwickeln, das den Ablauf der Handlungen im Umfeld von Schulabsentismus steuert.

Die Schule ist nicht für alle Fehlzeiten verantwortlich und auch nicht in der Lage, jeden Einzelfall mit eigenen Mitteln zu lösen. Im Kern besteht ihre Aufgabe darin, ein verbindliches, von allen schulischen Fachkräften – in Kooperation mit der Leitung – anzuwendendes pädagogisches Konzept zu entwickeln, das die Handlungsabläufe beim Auftreten von Schulabsentismus steuert. Von zentraler Bedeutung erweist sich das Monitoring der Anwesenheit und der Fehlzeiten, das durch Analyse und Auswertung dazu beitragen kann, mögliche Muster und Strukturen der Schulversäumnisse zu betrachten und daraus individuelle Präventions- und Interventionsmaßnahmen ableiten zu können.

Grundsätzlich relevant sind bei Schulabsentismus eine offene Haltung und ein offener Diskurs über schulische Chancen und Grenzen hinsichtlich der Förderung der Anwesenheit und Teilhabe innerhalb des Kollegiums, aber auch mit Blick auf Schüler:innenschaft sowie deren Sorgeberechtigte.

Es kann auch als Frage des Schulklimas und der Schulkultur betrachtet werden, ob Schüler:innen die Schule als attraktiven Ort sozialer Kontakte und interessanter Tätigkeiten betrachten. Gleichwohl benötigen Schulen ein unterstützendes Umfeld. Im Sinne effektiver Förderung sollten sie in ein System professioneller Hilfen eingebunden sein, das beispielsweise die öffentliche und freie Kinder- und Jugendhilfe, lokale Beratungseinrichtungen für Fragen der Erziehung, Einrichtungen der Unterstützung im Übergang von der Schule in den Beruf oder auch therapeutische Hilfen umfasst.

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