Sie sind hier

13.06.2024
Arbeitspapier

Intensivere Elternarbeit mit den Eltern der Pflegekinder

Das DIJuF hat ein Arbeitspapier mit 'Empfehlungen und Impulsen zur Umsetzung des § 37 Abs. 1 SGB VIII' erarbeitet um die Beratung und Unterstützung der Eltern zu verbessern, und intensivere Elternarbeit zu ermöglichen.

Das Arbeitspapier ist eine Empfehlungen der Fachgruppen zur Umsetzung des KJSG (DIJuF und ism gGmbH)  und umfasst 49 Seiten. 

Auszüge aus den Empfehlungen

Die vorliegenden Empfehlungen wurden von der DIJuF-Fachgruppe zur Begleitung der Umsetzung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) in den Jugendämtern „Weiterdenken in der Pflegekinderhilfe“ in einem gemeinsamen Prozess erarbeitet. Die Fachgruppe setzt sich aus rd. 30 Fach- und Leitungskräften aus Jugendämtern aus ganz Deutschland zusammen.

Deutlich wurde in den Diskussionen der Fachgruppe, dass es bei der Umsetzung der Neuregelungen des KJSG im Bereich der Pflegekinderhilfe oftmals weniger um rechtliche Fragen und Klarstellungen oder Konkretisierungen als vielmehr um fachliche (Entwicklungs-)Fragen geht.

Deutlich wurde ebenfalls, dass viele der mit den Neuregelungen verbundenen Anforderungen nicht neu, sondern lange im SGB VIII verankert sind und von den Jugendämtern in Deutschland bereits umgesetzt werden (sollen). Durch das KJSG wurden längst vorhandene Elemente in ihrer Bedeutung betont und gestärkt.

Dazu gehören zB folgende Aspekte:

  • Beteiligung als Querschnitt: Gelingende Partizipation ist für den gesamten Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe essenziell;
  • Umsetzung bzw. Stärkung der Kinderrechte, Stärkung der Selbstbestimmung junger Menschen;
  • Stärkung von Beschwerdemöglichkeiten und Selbstvertretungen;
  • Stärkung der Beratungsrechte und Unterstützung aller Beteiligten (subjektiver Rechtsanspruch von Eltern [teil-]stationär untergebrachter Kinder auf Beratung und Unterstützung sowie Förderung ihrer Beziehung zum Kind [§ 37 Abs. 1 SGB VIII], Förderung der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Pflegeeltern [§ 37 Abs. 2 SGB VIII], Beratung und Unterstützung der Pflegeeltern [§ 37a SGB VIII]);
  • Betonung der Fachstandards einer guten Pflegekinderhilfe entlang der „Regeln der Kunst“, dabei insbesondere Qualifizierung der Hilfeplanung durch verschiedene Regelungen (ua Einbezug auch nicht sorgeberechtigter Eltern, anderer öffentlicher Stellen wie Schule oder anderer Sozialleistungsträger, Einbeziehung der Geschwister bei der Aufstellung und Überprüfung des Hilfeplans sowie bei der Durchführung der Hilfe); darüber hinaus: Organisationsfragen (Schnittstellen, Informationsfluss, Zuständigkeiten, Personalbemessung).
Im Fokus: Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Eltern

Gerade im Bereich der Elternarbeit, also der Arbeit mit den leiblichen Eltern, wurde in den Diskussionen von Fach- und Resonanzgruppe deutlich, dass diese nun als Rechtsanspruch ausgestaltete Neuregelung vielerorts noch nicht „mit Leben gefüllt“ ist. Einzelne Jugendämter haben hingegen schon seit Jahren eine gelingende Elternarbeit etabliert, sodass der fachliche Austausch auch hier von großem Wert ist. 

Das könnte Sie auch interessieren

Positionspapier

Kinderrechtsbasierte Vormundschaft ermöglichen!

14 Träger der freien Jugendhilfe haben eine gemeinsame Stellungnahme zur Verbesserung der Vormundschaft erarbeitet. Sie fordern dazu auf, folgende Punkte im SGB VIII zu verändern: - Senkung der Fallzahlen - Lösung von Zuständigkeitsproblemen - Schaffung statistischer Grundlagen - Sicherung der Finanzierung aller Vormundschaftstypen!
Arbeitspapier

Synopsen des DIJuF zur Pflegekinderhilfe

Das DIJuF hat u.a. auch zu den Paragrafenvorschlägen der SGB VIII-Reform, die die Pflegekinder betreffen, Gegenüberstellungen der aktuellen und der neu geplänten Gesetzeslage erarbeitet.
Fachartikel

herausgegeben von:

Rückkehr oder Verbleib - Eine Analyse der Rechtsprechung zu Herausgabekonflikten bei Pflegekindern

(UPDATE: Der defekte Link in diesem Artikel ist korrigiert.) Das DJI in Zusammenarbeit mit dem DIJUF hat mit Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine wissenschaftliche Arbeit zur Rechtsprechung bei Rückkehr oder Verbleib von Pflegekindern veröffentlicht.
Stellungnahme

von:

Berücksichtigung des Kinderbonus 2022 sowie der Energiepreispauschale und des Heizkostenzuschusses im Rahmen der Kostenbeteiligung gem. §§ 91 ff. SGB VIII

Das DIJuF veröffentlicht eine Stellungnahme zur Anrechnung von Kinderbonus, sowie Energiepreis- und Heizkostenpauschalen an ältere oder erwachsener junge Menschen in Pflegefamilien, die z.B. Bafög oder BAB erhalten. Die Anrechnung des Kinderbonus ist gesetzlich ausgeschlossen. Das DIJuF sieht eine Anrechnung der Heizkostenpauschalen nur dann, wenn vorher die steigenden Heizkostenpreise im Pflegegeld angehoben und tatsächliche ausgeglichen wurden.
Gutachten

von:

Betreuung in einer Erziehungsstelle

Das DIJuF hat ein Rechtsgutachten zu der Frage veröffentlicht, in welchem Rechtszusammenhang eine Erziehungsstelle ein Kind aufnimmt. Das DIJuF hat in seinen Erläuterungen verschiedene Formen und Ausprägungen der Erziehungsstellen beschrieben, diese dem SGB VIII § 33 (Vollzeitpflege) und § 34 ( Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform) zugeordnet und darüber hinaus erläutert, ob die Erziehungsstellen nicht auch als Hilfen eigener Art gem. § 27. Absatz 2 angesehen werden können.
Nachricht aus Hochschule und Forschung

Projekt "Neuregelung der Vorschriften zur örtlichen Zuständigkeit und Kostenerstattung der Kinder- und Jugendhilfe" des DIJuF

Das DIJuF ( Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht) hat von Juli 2007 bis Ende 2009 das Projekt zur örtlichen Zuständigkeit und Kostenerstattung in der Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt. Der im Jan. 2010 geschriebene Abschlussbericht für das Bundesfamilienministerium ist nun online.
Stellungnahme

von:

Hinweis des Deutschen Institutes für Jugendhilfe und Familienrecht zum Referentenentwurf des Kinderschutzgesetzes

Das DIJuF hat ausführliche kritische Hinweise erarbeitet, die Veränderungen bei Inkrafttreten des Kindeschutzgesetzes nach dem bisheringen Referentenentwurf aufzeigen.
Arbeitspapier

Landesrechtsvorbehalte im SGB VIII

Das SGB VIII hat als Bundesgesetz in einigen seiner Paragrafen "Landesrechtsvorbehalte" vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass die jeweiligen Bundesländer explizit benannte Teile eigenständig regeln können.
Stellungnahme

von:

Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder

Das Deutsche Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht eV (DIJuF) hat am 14. September 2020 eine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder veröffentlicht. Das Institut äußert sich in seiner Stellungnahme besonders zu den geplanten Veränderungen in familiengerichtlichen Verfahren und zu den Straftatbeständen bei sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Ebenso hat der Paritätische Gesamtverband im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zum Gesetzentwurf Stellung genommen.
Arbeitspapier

von:

Umgangsbestimmungen durch Vormund*innen und Zusammenwirken mit den sozialen Diensten und Betroffenen

Die vorliegende Expertise wurde im Auftrag der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (Koordinierungsstelle des Bundesforums Vormundschaft und Pflegschaft) vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF e. V.) und vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS e. V.) erstellt. Ein Kind hat ein Recht auf Umgang mit seinen Eltern nach § 1684 BGB. Eltern haben nicht nur ein Recht auf Umgang mit ihrem Kind, sondern auch die Pflicht. Bei Kindern unter Vormundschaft stellt sich die Frage, wer in welcher Form für die Planung und Vorbereitung, Gestaltung und ggf. Begleitung des Umgangskontaktes mit den Eltern (oder anderen Angehörigen) oder aber für einen Ausschluss des Umgangs verantwortlich ist, da im Falle von Kindern und Jugendlichen unter Vormundschaft mehrere Institutionen und Fachkräfte in den Hilfeprozess und Hilfeplan involviert sind.